Projekt des Monats Juli 2012

Die Anfänge für das Bioenergiedorf Altenmellrich gehen zurück auf anno 2010: Damals wurde die Idee geboren, Wärme der Biogasanlagen für die Heizung der Altenmellricher Haushalte zu nutzen. Handicap: Eine direkte Nutzung der Wärme kam aufgrund der zwei Kilometer Entfernung zwischen der Biogasanlage am Boltenhof und dem Dorf aus technischen und wirtschaftlichen Gründen nicht infrage. Die Lösung: Zunächst wurde Biogas über eine 1,5 Kilometer lange Gasleitung ins Dorf transportiert und dann vor Ort in einem neuen Satelliten-BHKW in Strom und Wärme umgewandelt.

Die Umsetzung stand auf zwei Säulen: Zum einen errichtete das Unternehmen Gröblinghoff Biogas GmbH & Co. KG zu ihrer bereits vorhandenen Biogasanlage das Satelliten-BHKW, speist den Strom ins Ortsnetz ein und garantiert eine Vollversorgung der bislang 63 angeschlossenen Altenmellricher Haushalte mit Wärme. Zum anderen haben sich die Altenmellricher Bürger als Gesellschafter in der Nahwärmenetz Altenmellrich GbR zusammengeschlossen, um ein eigenes Nahwärmenetz in Altenmellrich zu errichten. Gleichzeitig verpflichtete sich die GbR, die Wärme des Satelliten-BHKW abzunehmen.

Vor der Umsetzung ließen sich die Projektpartner durch die EnergieAgentur.NRW sowie dem Interdisziplinären Zentrum für Nachhaltige Entwicklung der Universität Göttingen (IZNE) beraten. Im Zeitraum von sechs Monaten wurde das rund 3,1 Kilometer lange Nahwärmenetz durch die Gärten und Straßen Altenmellrichs verlegt. Parallel dazu errichtete Gröblinghoff Biogas in den alten Werkstatträumen einer Motoreninstandsetzung zwei Satelliten-BHKW mit einer Leistung von je 250 kWel/300 kWth einschließlich 60-Kubikmeter-Wärmepufferspeicher und Reserve- und Spitzenlastheizung (780 kW Leistung mit Biogas- oder Heizölbetrieb). Die Gasleitung von der bestehenden Biogasanlage am Boltenhof zum Standort des Satelliten-BHKWs wurde ebenfalls verlegt. Seit Frühjahr 2012 werden 70 Prozent der Altenmellricher Haushalte mit Wärme aus nachwachsenden Rohstoffen versorgt. Pro Jahr erzeugen die BHKW 4 Mio kWhel und 2,1 Mio kWhth. Die jährliche Einsparung beträgt rund 200.000 Liter Öl – oder 520 Tonnen CO2. Die Gesamtinvestition belief sich auf rund 1,3 Millionen Euro.

Altenmellrich darf sich jetzt auch offiziell „Bioenergiedorf" nennen. Dazu zählen Dörfer oder Gemeinden in Deutschland, die mindestens die Hälfte ihres Energiebedarfs aus regionaler Biomasse erzeugen.
Zahlen, Fakten, Daten
Biogasanlage Boltenhof
Satelliten-BHKW Plattenweg
Nahwärmenetz Altenmellrich
Ansprechpartner
Fa. Gröblinghoff Biogas GmbH & Co. KG
Norbert und Alexander Gröblinghoff
Boltenhof 1
59609 Anröchte-Altenmellrich
Tel.: 02925/3014
boltenhof@t-online.de
Nahwärmenetz Altenmellrich GbR
Vorsitzender: Georg Dicke
Tel.: 02947/5754
GDicke@gmx.de
Finanzen: Werner Hense
Tel.: 02947/3773
WernerHense@gmx.de
Technik: Dominik Jäker
Tel.: 02947/6769346
DominikJaeker@gmx.de
Beratung
EnergieAgentur.NRW
Kasinostraße 19-21, 42103 Wuppertal
Bernd Geschermann, Tel. 0202 / 24 55 2-14
geschermann@energieagentur.nrw.de
Rüdiger Brechler, Tel. 0202 / 24 55 2-15
brechler@energieagentur.nrw.de
Weitere Informationen: www.altenmellrich.de und www.wege-zum-bioenergiedorf.de
Text auswählen |
Seite drucken
Newsletter | YouTube | Twitter | RSS | Broschüren
© 2013 EnergieAgentur.NRW
Neuer Artikel: Interview mit Dr. Burghard Flieger, Experte für Energiegenossenschaften
Alle 14 Tage: Infos und Termine zu erneuerbaren Energien, Energiesparen, Klimaschutz. Und mehr.
Rechnen und finden: Bei vielen Fragen zum Thema Energie helfen unsere beliebten Online-Tools.
Unser Magazin geht viermal jährlich an 27.000 Abonnenten. Download und Bestellung hier:
Die EnergieAgentur.NRW organisiert im Auftrag des Innovationsministeriums das EnergieForschungscluster
Die EnergieAgentur.NRW organisiert im Auftrag des Klimaschutzministeriums das Energiecluster
Hier nehmen Fachleute aus Wissenschaft, Politik und Wirtschaft zu aktuellen Fragen der Energiewende Stellung.
Nutzung der Social-Media-Dienste
Wir freuen uns, wenn die Nutzer unserer Website Inhalte auf Twitter, Facebook und Google+ empfehlen. Zu diesem Zweck werden von den Anbietern dieser Plattformen entsprechende Buttons zur Verfügung gestellt.
Durch die Einbindung dieser Buttons werden bereits beim Aufruf einer Seite Daten an Twitter, Facebook und Google+ übertragen, ohne dass Besucher der Seite dem ausdrücklich zugestimmt haben. Neben der Webadresse der besuchten Seite wird auch eine Kennung übertragen, die eine direkte Verknüpfung zwischen dem Besucher der Website und dessen Profil, zum Beispiel auf Facebook, ermöglicht. Ob darüber hinaus weitere Daten übermittelt werden, teilen die genannten Social-Media-Dienste nicht mit.
Um die ungewollte Weitergabe von Benutzerdaten an Twitter, Facebook und Google+ zu verhindern, sind daher die Social-Media-Dienste auf den Websites der EnergieAgentur.NRW standardmäßig deaktiviert. Es werden also keine Daten an Dritte übermittelt, ohne dass Sie dem zugestimmt haben. Erst wenn Sie die Social-Media-Dienste aktiviert und damit Ihre Zustimmung zur Kommunikation mit Facebook, Google+ und Twitter erklärt haben, werden die Buttons auf unserer Website aktiv und stellen die Verbindung mit den Diensten her.
Anschließend können Sie Artikel-Empfehlungen über Twitter, Facebook und Google+ verschicken.
Die Social-Media-Dienste lassen sich auf dieser Seite dauerhaft aktivieren und deaktivieren.