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Nachhaltigkeit

Die EU-Kommission, die Bundesregierung und andere Befürworter der CCS-Technologien, wie IZ Klima (Informationszentrum klimafreundliches Kohlekraftwerk e.V.) folgen in ihrer Argumentation der Internationalen Energieagentur IEA, nach der fossile Brennstoffe weltweit auch während der kommenden Jahrzehnte einen bedeutenden Teil des Energiemixes ausmachen werden. Der Energiehunger besonders in den Wachstumsländern Asiens steigt und wird vor allem durch Kohlekraftwerke gestillt. Für Deutschland wiederum spielt die Kohle eine besondere Rolle für die Versorgungssicherheit, da der Ausstieg aus der Kernenergie beschlossen ist und die Preise für Öl und Gas besonderen Marktschwankungen unterliegen.
 
Gleichzeitig aber verlangen die weltweit verfolgten Klimaziele eine Halbierung der durch Stromerzeugung induzierten CO2-Emissionen bis 2050 im Vergleich zu 1990 - in den Industriestaaten eine Minderung um 80 Prozent -, wenn die globale Erwärmung auf 2 Grad beschränkt bleiben soll.
Insofern stimmen die Einschätzungen der Akteure und Interessengruppen überein, unterschiedlich sind aber die Schlussfolgerungen:
Die Befürworter sehen in CCS das einzige Verfahren, mit dem 80 bis 90 Prozent des Kohlenstoffdioxids aus bestehenden Emissionsquellen herausgenommen werden könnten und damit nicht in die Atmosphäre emittiert würden. Somit sei CCS eine Schlüsseltechnologie und unverzichtbar auf dem Weg zu mehr Klimaschutz.
 
Nach Ansicht von Bündnis 90/Die Grünen und Umweltschutzverbänden wie Greenpeace oder BUND dagegen ist die Einführung von CCS keine Option, dem drohenden Klimawandel zu begegnen, da das klimaschädliche CO2 nur eingelagert und nicht vermieden werde. Weiter argumentieren sie, dass CCS den Wirkungsgrad der Kraftwerke verringere und an die 40 Prozent mehr Kohle verbrannt werden müssten, um auf die gleiche Stromerzeugung zu kommen.
 
Zwischen diesen beiden Polen räumen einige Positionen dem Carbon Capture and Storage eine Brückenfunktion als eine von mehreren Maßnahmen ein, um die Klimaschutzziele zu erreichen bis die Regenerativen Energien einen deutlich höheren Beitrag zur Stromerzeugung leisten können. Wichtig ist in diesem Zusammenhang ein breiter Energiemix auf Grundlage von verschiedenen Energieträgern.
Nach Auffassung des Sachverständigenrates für Umweltfragen (SRU) der Bundesregierung ist es zu früh, derzeit die Anwendung von CCS in industriellem Umfang zu regeln. Demnach ist das Verfahren voraussichtlich erst ab 2020 in großtechnischem Maßstab anwendbar und für den jetzt in Deutschland anstehenden Austausch einer Generation von Kraftwerken noch nicht ausreichend erforscht und entwickelt.
 
Das Umweltbundesamt (UBA) veröffentlichte 2006 ein Positionspapier, in dem CCS eine Rolle als Übergangslösung eingeräumt wird. Der bevorstehende Generationswechsel bei den Kraftwerken solle durch Neubauten von hocheffizienten Gas-und-Dampfturbinenkraftwerken oder dezentralen Blockheizkraftwerken bewältigt werden. Besonders wegen der eingeschränkten Speicherkapazität könne CO2-Abscheidung und -Speicherung jedoch keine endgültige Lösung des Klimaproblems sein.
 
Eine Studie des Wuppertal Institutes für Klima, Umwelt, Energie GmbH (WI) und dreier weiterer Forschungsinstitute im Auftrag des Bundesumweltministeriums kommt zu dem Schluss, dass sowohl Großanlagen aus dem Bereich der erneuerbaren Energien wie Offshore-Windkraftanlagen oder Solarthermie-Kraftwerke, aber auch fortschrittliche Konzepte der Nutzung fossiler Energien (Blockheizkraftwerke, GuD-Kraftwerke) günstigere Ökobilanzen aufweisen als CCS-Kraftwerke. CCS sei schon wegen der begrenzten Speicherkapazitäten und der Endlichkeit fossiler Brennstoffe keine dauerhafte Lösung. "CCS kann aber unter bestimmten Bedingungen den zur Verfügung stehenden Zeitrahmen für den notwendigen Umbau des Energiesystems bei gleichzeitigem Erreichen engagierter Klimaschutzziele verlängern helfen" (RECCS S. 8) und "eine Brückenfunktion zum Aufbau einer regenerativen Energiewirtschaft einnehmen" (RECCS S. 7). Bedeutung könne CCS im internationalen Zusammenhang bekommen, um Staaten mit einem hohen Kohleanteil an der Energieerzeugung wie die USA oder China für Klimaschutzabkommen zu gewinnen

 

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