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Einzelversorgung oder Nahwärme?

Energieliefer-Contracting kann für die technischen Lösungen "Einzelversorgung" und "Nahwärme" angeboten werden:

Objektversorgung

Unter Einzelversorgung wird die Energieversorgung einer kompakten baulichen Einheit wie beispielsweise eines Mehrfamlienhauses verstanden, in dem alle Wohn- und Nutzeinheiten aus einer gemeinsamen Heizzentrale mit Wärme versorgt werden (sog."Zentralheizung"). Die Einzelversorgung mit gas- oder heizölbetriebenen Zentralheizungen stellt in bestehenden Mehrfamilienhäusern die verbreitetste technische Lösung dar. Im "klassischen" Fall wird diese Heizzentrale durch den Gebäudeigentümer selbst betrieben, beim Energieliefer-Contracting übernimmt dies ein professioneller Contractor.

Nahwaermenetz

Mit Nahwärme werden Versorgungslösungen bezeichnet, bei denen mehrere Einzelgebäude über Wärmeleitungen an eine gemeinsame Heizzentrale angeschlossen sind. Im Vergleich mit einer Einzelversorgung ist die "Versorgungsdichte" geringer. Die Kosten für das Nahwärmenetz machen nicht selten den größten Teil der Investitionen eines solchen Systems aus. Nahwärmenetze werden heutzutage zumeist in neuen Wohnsiedlungen umgesetzt, um die Investitionen für viele einzelne Heizkessel zu sparen. Aufgrund des EEWärmeG werden Nahwärmenetze seit 2009 vermehrt mit effizienten Kraftwärme-Kopplung-Anlagen oder erneuerbare Energiequellen wie Holz oder Biogas betrieben.

Die Größenordnung von typischen Nahwärmesystemen reicht von mehreren Dutzend bis zu einigen hundert Wohneinheiten, häufig ausgeführt als Einfamilien-Reihenhäuser oder auch Mehrfamilienhäusern. Nahwärmenetze werden nur selten von den Gebäudeeigentümern selber betrieben. Im Regelfall übernimmt dies ein professioneller Wärmelieferant (Contractor, Stadtwerk oder Fernwärmeversorger).  Es gibt darüber hinaus auch Formen von Nahwärmelieferungen von "privaten" Anbietern aus der Nachbarschaft oder aus "Bürgerbeteiligungs-Anlagen".

 
Welche technische Lösung letztendlich umgesetzt wird, hängt von mehreren Faktoren ab wie z.B.:

  • Wirtschaftlichkeit
  • "Versorgungsdichte" (Verhältnis Wärmeliefermenge zu Wärmeleitungslänge)
  • Art der bisherigen Versorgungslösung
  • räumliche Entfernungen
  • Wünsche des Bauherrn
  • Akzeptanz der Nutzer (Mieter oder Erwerber) 

Contracting-Tool

Um interessierten Nutzern ein Hilfsmittel für einen ersten Kostenvergleich der Alternativen "eigene Umsetzung" gegenüber "Wärmelieferung/Contracting" an die Hand zu geben, hat die EnergieAgentur.NRW ein Berechnungstool entwickelt, mit dessen Hilfe Sie einen Wärmekostenvergleich durchführen können.

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