JIM.NRW - Joint Implementation Modellprojekt NRW
Als eine der ersten Regionen in Europa initiiert NRW ein internationales Klimaschutz-Projekt nach den Regeln des Kyoto-Protokolls innerhalb der eigenen Landesgrenzen. Träger des Joint Implementation-Projektes (JI) ist die EnergieAgentur.NRW im Auftrag des nordrhein-westfälischen Ministerium für Klimaschutz, Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz.
JIM.NRW zielt darauf ab, über Energieeffizienzmaßnahmen in Industrieunternehmen und bei Bürogebäuden CO2-Einsparungen zu realisieren und dabei gleichzeitig handelbare CO2-Zertifikate zu erwirtschaften. Als Projektteilnehmer sind Industrieunternehmen ebenso angesprochen wie Contractoren und Unternehmen aus dem Bereich der Gebäudebewirtschaftung.
Energieeffizienz versilbern
Viele industrielle Produktionsprozesse lassen sich in Hinblick auf Energieverbrauch und CO2-Ausstoß noch optimieren. So sehen Experten beispielsweise deutliche Potenziale bei der Dampferzeugung und bei der Umstellung von Heizungsanlagen. Unternehmen aus NRW, die in diesem Bereich investieren, können sich ihr Klimaschutz-Engagement im Rahmen von JIM.NRW versilbern lassen. Gleiches gilt für Contracting-Unternehmen, die die Energiebewirtschaftung von Industrieanlagen oder größeren Bürogebäuden übernehmen. Auch sie können durch gezielte Investitionen den CO2-Ausstoß von Gebäuden und Anlagen deutlich senken und von JIM.NRW profitieren. Da diese Unternehmen nicht am internationalen Emissionshandel teilnehmen, können sie ihre Klimaschutzanstrengungen bisher nicht direkt vermarkten. Mit JIM.NRW bietet die EnergieAgentur.NRW nun auch diesen Unternehmen die Möglichkeit, von Klimaschutzmaßnahmen zu profitieren.
Rentabler Projektverbund
JIM.NRW bündelt viele Einzelmaßnahmen zu einem Projektpool, um in der Summe zu einem wirtschaftlich vermarktungsfähigen Aufkommen an CO2-Zertifikaten zu gelangen. Gerade kleinere und mittlere Investitionen in Klimaschutzmaßnahmen werden attraktiver, wenn die Zusatzeinnahmen aus dem Zertifikateverkauf in die Kalkulation einfließen. Bisher war die Zertifizierung kleiner Emissionsminderungen für viele Unternehmen nicht rentabel, da sie mit ungleich hohem Aufwand und Transaktionskosten verbunden ist. Durch die Bündelung der Maßnahmen unter dem Dach der EnergieAgentur.NRW ist es nun auch möglich, Klimaschutzanstrengungen, die insbesondere im Mittelstand erbracht werden, der Vermarktung zuzuführen. Die Teilnehmer profitieren so von Synergien, die sie im Alleingang nicht erzielen könnten.
Joint Implementation
Joint Implementation (JI) zählt zu den sogenannten Flexiblen Instrumenten des Kyoto-Protokolls. Sie sehen vor, dass Klimaschutzprojekte, die zur Reduzierung von Treibhausgasen führen, in den internationalen Emissionshandel mit eingebunden werden können. Grundgedanke der Flexiblen Instrumente ist es, CO2 dort einzusparen, wo dies am wirtschaftlichsten umgesetzt werden kann. Unternehmen, die im Emissionshandel verpflichtet sind, müssen so nicht zwangsläufig selbst ihren Ausstoß an Treibhausgasen vermindern, wenn dies zu hohen Vermeidungskosten führt. Sie können alternativ Verschmutzungsrechte zukaufen, die andere Marktteilnehmer ihnen zu einem günstigeren Preis zur Verfügung stellen. In den vergangenen Jahren ist der Zertifikatehandel zwischen Industrieländern und Schwellenländern bereits in Schwung gekommen (Clean Development Mechanism, CDM). Nun will NRW nachziehen und mit JIM.NRW auch innerhalb der eigenen Landesgrenzen effiziente Klimaschutzmaßnahmen stärken.
Stefan Leuchten
Tel. 0211 / 4566 322
leuchten@energieagentur.nrw.de
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Mit dem Projekt JIM.NRW ermöglicht die EnergieAgentur.NRW erstmals mittelständischen Unternehmen und Kommunen, am Emissionshandel teilzunehmen.
Hier finden Sie eine Liste der Projekte zum Joint Implementation Modellprojekt NRW (JIM.NRW).
Die wichtigsten Informationen zum Thema Emissionshandel fasst eine neue Broschüre der EnergieAgentur.NRW zusammen. Das Info-Heft führt in das europäische Handelssystem ein und ordnet es in die inter- nationalen Rahmenbe- dingungen des Klimaschutzes ein.
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