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Presseinfo vom 28.03.2012

Paschedag: „Energetische Gebäudesanierung ist ein wichtiger Pfeiler der beschleunigten Energiewende“

Presseinformation des Ministeriums für Klimaschutz, Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz des Landes Nordrhein-Westfalen

Fachtagung der EnergieAgentur.NRW „Gebäudeeffizienz macht Klimaschutz“ zeigt: Energieeinsparpotenzial ist vor allem bei Altbauten noch sehr hoch.

Düsseldorf. Ein bedeutsamer Baustein des Klimaschutzes ist die Senkung des Energieverbrauchs – die lässt sich nicht zuletzt durch energetische Gebäudesanierung erreichen. Auf der heutigen Fachtagung „Gebäudeeffizienz macht Klimaschutz“ der EnergieAgentur.NRW in der Wuppertaler Stadthalle diskutierten rund 200 Expertinnen und Experten aus der gesamten Republik unter anderem über ordnungsrechtliche Vorgaben und sinnvolle Sanierungsstrategien. Ihr Fazit: Das Einsparpotenzial für Nordrhein-Westfalens Gebäudebestand ist sehr hoch.

„Die energetische Gebäudesanierung ist ein wichtiger Pfeiler der beschleunigten Energiewende. Wenn wir den Energieverbrauch in Gebäuden nicht reduzieren, wird die Versorgung aus erneuerbaren Quellen ungleich schwerer – wenn nicht sogar auf absehbare Zeit unmöglich“, mahnte Klimaschutz-Staatssekretär Udo Paschedag während der Fachtagung an. Allein in NRW gibt es rund 8,6 Mio. Wohnungen, von denen drei Viertel vor 1978 und damit vor Inkrafttreten der ersten Wärmeschutzverordnung errichtet worden sind. „Gerade im Gebäudebestand gibt es noch große Energiesparpotenziale. Die zu nutzen ist unsere Pflicht. Aus Gründen des Klimaschutzes, aber auch um unsere Gebäude aufzuwerten“, so der Staatssekretär.

Vor allem die Altbauten sind Energiefresser: „Häuser aus den 1950er oder 1960er Jahren verbrauchen weit über 200 Kilowattstunden Heizenergie pro Quadratmeter und Jahr. Ihr energetischer Standard ist nie den technischen Möglichkeiten, den energetischen Notwendigkeiten und den klimatischen Erfordernissen angepasst worden. Richtig saniert lässt sich der Verbrauch deutlich unter 100 Kilowattstunden senken“, erklärte Lale Salur, Architektin bei der EnergieAgentur.NRW.

Die politischen Vorgaben sind deutlich: Innerhalb der Europäischen Union sollen bis 2050 die CO2-Emissionen um 80 bis 95 Prozent gesenkt werden, um die globalen Klimaschutzziele zu erreichen. Burkhard Schulze Darup, Architekt aus Nürnberg und Referent der Tagung: „Dieses Ziel ist nur dann zu erreichen, wenn bei der Sanierung und beim Neubau mit den jeweils besten Effizienzstandards gearbeitet und die heutige Sanierungsrate verdoppelt wird. Nur so kann der verbleibende Energiebedarf bis etwa 2050 mit erneuerbaren Energien gedeckt werden und auf fossile Energieträger verzichtet werden.“ Die Sanierung des Gebäudebestands müsse langfristig, nachhaltig und basierend auf dem bestmöglichen Standard angegangen werden.

Probleme gibt es mitunter bei der Sanierung schützenswerter Bausubstanz – sie muss von der Denkmalschutzbehörde genehmigt werden. „Die energetische Aufwertung der Gebäudehülle ist technisch zwar möglich, aber mit Mehraufwand verbunden. Trotzdem sind Denkmalschutz und energetische Sanierung kein unlösbarer Konflikt. Wo keine Standardprodukte eingesetzt werden können, greift man auf Sonderanfertigen zurück, außerdem kann die Sanierung unter Umständen von der NRW-Bank gefördert werden“, erläutert Dipl.-Ing. Dirk Mobers, Abteilungsleiter bei der EnergieAgentur.NRW. Mobers sieht vor allem im Bereich der Haustechnik großes Potenzial: „Zum Beispiel ist es auch bei Denkmälern häufig sinnvoll und kein Problem, eine alte Heizung durch eine moderne, vielleicht sogar durch eine fast CO2-neutrale Holzheizung zu ersetzen.“

 

Weitere Informationen:

EnergieAgentur.NRW
Lale Salur
Tel. 0202 / 24 552 71
E-Mail: salur@energieagentur.nrw.de
www.energieagentur.nrw.de

www.klimaschutz.nrw.de

 

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