Der Begriff „Geothermie“ stammt aus dem Griechischen und bedeutet Erdwärme. Die geothermische Energie ist die in Form von Wärme gespeicherte Energie unterhalb der Oberfläche der festen Erde. Soweit sie entzogen und genutzt werden kann zählt sie zu den erneuerbaren Energien.
Der Wärmeinhalt der Erde würde unseren heutigen Weltenergiebedarf für 30 Millionen Jahre decken. Mit menschlichen Maßstäben gerechnet sind also die in der Erde gespeicherten Energievorräte genauso unerschöpflich wie die der Sonne.
Unsere Erde ist schalenförmig aufgebaut. Unter der sehr dünnen Erdkruste folgt der Erdmantel und innen befindet sich der Erdkern, außen flüssig und innen fest. In Mitteleuropa nimmt die Temperatur in der obersten Erdschichten durchschnittlich um 3 °C pro 100 m zu. Im obersten Erdmantel herrschen etwa 1.200 °C, im Erdkern sind es nach heutigen Erkenntnissen Temperaturen von über 5.000 °C. Unmittelbar an der Erdoberfläche werden Temperaturen fast ausschließlich durch die Sonne bestimmt. Da der Boden die Wärme jedoch schlecht leitet, ist spätestens unterhalb von 15 bis 20 m Tiefe kein Einfluss der Sonne mehr festzustellen.
Die Nutzung von geothermischer Energie führt vielerorts noch ein Schattendasein, obwohl sie viele Vorteile hat: Sie ist weder von klimatischen Bedingungen noch von den tages- und jahreszeitlichen Schwankungen abhängig und damit grundlastfähig, zuverlässig und dann verfügbar, wenn auch eine entsprechende Energienachfrage gegeben ist. Zudem haben geothermische Anlagen zur Wärme- und/oder Stromerzeugung einen geringen oberirdischen Platzbedarf, so dass die sich gut in das Landschafts- oder Stadtbild einpassen lassen.
Zusammen mit dem hohen Maß an Umweltfreundlichkeit und der Nutzung regionaler – und damit unabhängig von politischen Risiken verfügbar – Energien sind dies hervorragende Voraussetzungen für einen Ausbau der Nutzung.
Die oberflächennahe Geothermie nutzt die Energie, die in den obersten Erdschichten bis 400 Meter oder dem Grundwasser gespeichert ist.
Als Tiefengeothermie bezeichnet man die Nutzung der Erdwärme in Tiefen zwischen 400 und 5.000 Metern. Im Vergleich zur oberflächennahen Geothermie sind dort die Temperaturen weitaus höher.
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