News vom 05.10.2012
Eine halbe Milliarde Euro könnten Nordrhein-Westfalens Bürgerinnen und Bürger bei den Energiekosten sparen – mit der richtigen Einstellung. Weil rund 90 Prozent aller Heizungen jedoch nicht optimal eingestellt sind, geht wertvolle Energie ungenutzt zum Schornstein raus. „Meine Heizung kann mehr" lautet daher das Motto, unter dem die Verbraucherzentrale NRW und der Fachverband Sanitär Heizung Klima NRW jetzt gemeinsam Aktionswochen einläuten. Zielsetzung: Aufzeigen, dass durch die richtige Abstimmung zwischen Heizkessel, Pumpe und Thermostatventilen ein dickes Minus beim Energieverbrauch und ein Plus im Portemonnaie winken. „Wir brauchen eine Bewegung des Energiesparens. Diese Maßnahme ist nur ein Beispiel, dass wir gut 30 Prozent unserer Energie sowohl im Strom- als auch im Wärmebereich einsparen können, ohne unseren Lebensstandard zu gefährden. Jede Kilowattstunde trägt nicht nur zum Gelingen der Energiewende bei. Jede gesparte Kilowattstunde ist auch bares Geld für Verbraucherinnen und Verbraucher“, begrüßte Verbraucherschutzminister Johannes Remmel das Vorhaben, den Schlüssel zur optimalen Heizungseinstellung zu suchen. „Die maximale Wärme gibt's bei minimalen Kosten“, zeigten sich NRW-Verbraucherzentralenvorstand Klaus Müller und Hans-Joachim Hering, Landesinnungsmeister des Fachverbandes, bei einem Ortstermin in Solingen überzeugt, vielen Verbraucherinnen und Verbrauchern den Dreh zur richtigen Einstellung nahe bringen zu können.
Ob störende Geräusche in Heizkörpern und Rohrleitungen oder Heizkörper, die nicht gleichmäßig warm werden – in solchen Fällen ist der hydraulische Abgleich ein Muss. „Dabei stimmt der Heizungsfachmann Heizungspumpe, Heizleitungen und Heizkörper exakt auf den Wärmebedarf der Räume ab. Die notwendige Durchflussmenge wird für jeden Heizkörper ermittelt und an den voreinstellbaren Thermostatventilen reguliert, sodass jede Heizfläche mit der jeweils erforderlichen Warmwassermenge versorgt wird“, erklärte Landesinnungsmeister Hans-Joachim Hering das Verfahren mit dem komplizierten Namen. Am Beispiel eines dreigeschossigen Hauses in Solingens Mozartstraße zeigte er auf, wie sich dadurch Energie und damit Kosten sparen lassen.
„Unsere Energieberaterinnen und -berater empfehlen Ratsuchenden den hydraulischen Abgleich als preisgünstige Maßnahme mit großer Wirkung. Denn dank optimierter Einstellung der Heizungsanlage werden Brennstoff- sowie Stromverbrauch reduziert – was das Energiebudget des Haushalts spürbar entlastet. Zum Beispiel können bei einem 125 Quadratmeter großen Einfamilienhaus (Baujahr 1983) bei Heizkosten von 1.450 Euro durch den hydraulischen Abgleich rund 110 Euro gespart werden. Obendrein zieht mehr Wohnkomfort ein, weil alle Heizkörper nun künftig gleichmäßig warm werden und die störenden Strömungsgeräusche abgestellt sind“, so NRW-Verbraucherzentralenvorstand Klaus Müller. Nicht zuletzt könne die Umwelt dank der Energieeinsparung ein Minus bei der Kohlendioxidbelastung verbuchen. Mit landesweiten Aktionen in rund 30 Städten will die Verbraucherzentrale NRW nun zeigen, dass und wie die Heizung mehr kann.
Übrigens: Für ein Einfamilienhaus kostet ein hydraulischer Abgleich zwischen 600 und 1.200 Euro – je nachdem, wie viele Thermostatventile ersetzt werden müssen und ob auch die Heizungspumpe ausgetauscht wird. Per Wärme-Check kann auf der Internetseite der Verbraucherzentrale NRW unter www.vz-nrw.de/meine-heizung kostenlos geprüft werden, ob und wann sich der hydraulische Abgleich für die eigene Immobilie lohnt. Hier hat die Verbraucherzentrale NRW auch alles Wichtige rund um den hydraulischen Abgleich zusammengefasst. Dort gibt es auch einen Link zu Handwerker-Datenbanken, um den passenden Fachbetrieb in direkter Umgebung zu finden. „Meine Heizung kann mehr“ ist eine Kampagne der gemeinnützigen co2onlineGmbH in Kooperation mit der Verbraucherzentrale NRW.
Zur Energieberatung der Verbraucherzentrale NRW geht’s unter:
www.vz-nrw.de/energieberatung.
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