Bottrop – Die drei Gewinner des Zukunftshaus-Wettbewerbs der InnovationCity Ruhr | Modellstadt Bottrop wurden jetzt bekannt gegeben. Bei dem Projekt sanieren RWE Effizienz, VIVAWEST und Bayer MaterialScience gemeinsam mit dem regionalen Energieversorger ELE ein Einfamilienhaus, ein Mehrfamilienhaus sowie ein Geschäftshaus energetisch – mit dem Ziel, diese zu Plus-Energie-Häusern umzuwandeln. Mithilfedieses Projekts sollen unterschiedliche Gebäudetypen aus dem Bestand durch innovative Technologien zukunftsweisend modernisiert werden.
Die ausgewählten Häuser wurden in den 1960er Jahren erbaut und innerhalb der letzten 30 Jahre nur teilweise saniert. Im Zuge der geplanten energetischen Sanierung und Modernisierung sollen zahlreiche bauliche Maßnahmen umgesetzt werden. So wird durch die Dämmung der Gebäudehüllen, Kellerdecken und Dachböden, den Einbau von besonders gut gedämmten Türen und Fenstern sowie durch effiziente Lüftungsanlagen der Passiv-Haus-Standard erreicht und teilweise sogar übertroffen.
Für die Energieversorgung werden je nach Haustyp unterschiedliche innovative Technologien verwendet: So kommen im Einfamilienhaus – dem RWE Zukunftshaus – eine Photovoltaikanlage, eine Wärmepumpe und Stromspeicher zum Einsatz. Das Mehrfamilienhaus von VIVAWEST erhält ebenfalls eine Photovoltaikanlage, wobei sich Art und Organisation der Heizenergieversorgung gegenwärtig im Planungsstadium befinden. In dem Geschäftshaus, das von Bayer MaterialScience und dem EcoCommercial Building Programm (ECB) – einem globalen Expertennetz von Bauproduktherstellern – in der Bottroper Innenstadt saniert wird, stellt eine Kombination von Fernwärme, Geothermie und Photovoltaik die Versorgung sicher. Die in den Gebäuden erzeugte Energie kann nicht nur den Bedarf decken, sondern sogar einen Energieüberschuss generieren. Dieser Überschuss wird in das öffentliche Stromnetz eingespeist und kann in einem nächsten Schritt zum Laden von Elektrofahrzeugen genutzt werden. Das Einfamilienhaus wird zudem mit umfangreicher Messtechnik ausgestattet, um das Erreichen der ambitionierten Zielsetzung laufend zu überprüfen. Die Technik läuft im Hintergrund, so dass sie für die Hausbewohner nicht wahrnehmbar sein wird.
Der Start für die Sanierung des Einfamilienhauses erfolgt voraussichtlich im Oktober dieses Jahres. Die Arbeiten am Geschäfts- und Mehrfamilienhaus beginnen Ende des Jahres bzw. im Frühjahr 2013. Der Fortschritt der Baumaßnahmen wird danach laufend dokumentiert. Wichtige Projektschritte werden auf der Internetseite der InnovationCity Ruhr | Modellstadt Bottrop (
www.icruhr.de), auf der Zukunftshaus-Handy-App und für das Einfamilienhaus auch auf
www.energiewelt.de vorgestellt.
Burkhard Drescher, Geschäftsführer InnovationCity Management GmbH: „Wir freuen uns sehr, dass das Projekt ‚Zukunftshäuser‘ nun in die nächste Phase geht. Mit der Sanierung von drei Bestandsgebäuden aus verschiedenen Gebäudekategorien zu Plus-Energie-Häusern zeigt die InnovationCity Ruhr zusammen mit ihren engagierten Wirtschaftspartnern, was im Bereich der energetischen Sanierung und Modernisierung möglich ist. Mit diesem Ansatz kommen wir unserem Bestreben, Bottrop autark allein auf Basis regenerativer Energien zu versorgen, ein entscheidendes Stück näher. Nur durch eine effiziente Vernetzung von innovativen und bestehenden Technologien sowie durch eine enge Kooperation zwischen allen Akteuren und den Bürgern können wir dieses Ziel erreichen.“
Bottrops Oberbürgermeister Bernd Tischler erklärte: „Der Zukunftshaus-Wettbewerb ist ein Leuchtturmprojekt und ein wichtiger Schritt bei der Entwicklung der Stadt Bottrop zur Modellstadt für den Klimaschutz. Ein großer Teil der Wohnungen und Häuser in Bottrop hat einen hohen bis sehr hohen Energieverbrauch. Diese Gebäude zeigen beispielhaft, wie auch in dicht besiedelten Städten und Regionen, nicht nur hier in der Metropole Ruhr, Energie effizient genutzt werden kann und damit CO
2-Emissionen verringert werden.“
Das Interesse an dem Wettbewerb war groß: Mehr als 60 Eigentümer aus dem Pilotgebiet der InnovationCity Ruhr hatten sich beworben. Die Auswertung der Bewerbungen sowie die Auswahl der Gewinner wurde durch wissenschaftliche Institutionen begleitet. Unter der Leitung von Univ.-Prof. Dr.-Ing. Manfred Helmus unterstützte die Bergische Universität Wuppertal die Datenauswertung, die TU Darmstadt wirkte unter Vorsitz von Prof. Manfred Hegger entscheidend bei der Gewinnerauswahl mit.
Das Vorhaben wird von RWE Effizienz, Bayer MaterialScience und VIVAWEST als Hauptpartner der Wirtschaft für jeweils eine Gebäudekategorie mitgetragen. Die NRW.Bank stellt ihr „Know-How“ zum Thema Fördermittel zur Verfügung. Weitere Partner sind unter anderem Stiebel-Eltron, 3M, Braas, Deutsche Rockwool, Emscher Lippe Energie, Gira, Grohe, Kochs, Miele, Nissan, Porextherm, Schlagmann Poroton, profine, Rhein-Ruhr Collin, Steag-Fernwärme, Steinel, St. Gobain-Weber, Vallox, Velux, WMF, und das Eco Commercial Building Netzwerk.
Aufgrund der umfassenden Unterstützung durch die Wirtschaftspartner sind die bauseitigen Kosten für die Sanierungs- und Modernisierungsmaßnahmen für den Eigentümer gering. So muss der Besitzer des Ein-/Zweifamilienhauses im Wesentlichen nur die entstehenden Handwerkerkosten übernehmen. Dem Eigentümer des Wohn-/Geschäftshauses werden Planungen sowie die Baumaterialien zu vergünstigten Konditionen zur Verfügung gestellt. Für den Umbau des Mehrfamilienhauses setzt VIVAWEST vorrangig auf die bewährte Zusammenarbeit mit bekannten Herstellern und Unternehmen.
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