Viele Einrichtungen verfügen über einen Fuhrpark. Und auch hier lässt sich der Energieeinsatz optimieren. Umweltschonende, wirtschaftliche und sofort verfügbare Alternativen zu herkömmlichen Kraftstoffen wie Benzin und Diesel, sind:
Für alternative Kraftstoffe ist in der Regel eine Umrüstung bzw. Anpassung des Motor- und Tanksystems des Fahrzeuges notwendig.
Während Biodiesel und Pflanzenöl in Fahrzeugen mit Dieselmotor verwendet werden können, ist der Einsatz von Erdgas und Flüssiggas als Kraftstoff zur Zeit nur in einem Benzinmotor möglich.
Erdgas besteht hauptsächlich aus Methan und ist in den Sorten H-Gas (Methangehalt 87 – 99 %) und L-Gas (Methangehalt 80 – 87 %) erhältlich.
Den Kraftstoff Erdgas (CNG „compressed natural gas“) kann man zur Zeit an über 630 Tankstellen zu einem durchschnittlichen Preis von 0,80 €/kg (Qualität H-Gas) und 0,65 €/kg (Qualität L-Gas) tanken. 1 kg H-Gas entspricht einem Kraftstoffäquivalent von 1,5 Liter Benzin und 1,3 Litern Diesel, 1 kg L-Gas entspricht 1,2 Litern Benzin und 1,1 Litern Diesel.
Erdgasfahrzeuge fahren bei gleichen Kraftstoffkosten doppelt soweit wie die Benziner und ein Drittel weiter als das vergleichbare Dieselfahrzeug.
Automobilhersteller bieten ein breites Modellspektrum an serienmäßigen Erdgasfahrzeugen an. Vom Kleinwagen, wie dem Fiat Punto, über die Vans, wie den Opel Zafira CNG, bis hin zur automobilen Oberklasse, wie den Mercedes E 200 NGT reicht die Flotte der Personenwagen. Kleine und große Transportprobleme lassen sich z.B. mit dem Opel Combo CNG bis hin zum Ford Transit oder Mercedes Sprinter NGT umweltfreundlich und kostengünstig lösen.
Die meisten serienmäßigen Erdgasfahrzeuge können wahlweise mir Erdgas und Benzin betrieben werden. Allerdings kosten die Erdgasausführungen in der Regel mehr als vergleichbare Automobile mit Benzinmotor. Die Mehrkosten sind mit denen für ein Dieselfahrzeug vergleichbar. Bei den hohen Fahrleistungen, die gerade geschäftlich genutzte Pkw und Nutzfahrzeuge in der Regel aufweisen, amortisiert sich die Wahl von Erdgas als Antriebsenergie aber meist schon nach deutlich weniger als zwei Jahren.
Bei Wartung, Reparatur, Komfort und Fahreigenschaften ergeben sich keine nennenswerten Unterschiede.
Neben den wirtschaftlichen Vorteilen punkten die Erdgasfahrzeuge vor allem in der Umweltfreundlichkeit. Erdgasfahrzeuge stoßen bis zu 99 Prozent weniger Staub- und Rußpartikel aus, und der Anteil der Stickoxide in den Abgasen liegt immerhin 70 Prozent unter denen von Dieselfahrzeugen (ohne Ruß- und Stickoxid-Katalysator). Im Vergleich zu einem Benzinfahrzeug werden bis zu 25 Prozent weniger Kohlendioxid emittiert.
Weitere Informationen sind im Internet unter www.energieagentur.nrw.de/erdgas sowie unter www.erdgasfahrzeuge.de zu finden.
Die Hauptbestandteile von Flüssiggas (LPG „liquefied petroleum gas“) sind Propan und Butan. Über 800 Tankstellen stehen für die Versorgung mit diesem Kraftstoff zur Verfügung, der durchschnittlich 0,55 € pro Literkostet. Im täglichen Betrieb muss der Fahrzeugführer mit einem Mehrverbrauch von ca.10 Prozent gegenüber dem Benzinfahrzeug rechnen. Eine Tankstelle auf dem Firmengelände lässt sich ab ca. 10.000 € realisieren.
In Deutschland bieten die Hersteller Subaru, Chevrolet und Lada Pkw mit einer serienmäßigen Autogas-Ausrüstung und somit voller Werksgarantie an. Im Transportersektor rüstet Mercedes den Sprinter ab Werk mit Flüssiggasantrieb aus. Alle Fahrzeuge können weiterhin zusätzlich mit Benzin betrieben werden.
Die Mehrkosten für die Pkw liegen zwischen 1.800 und 2.700 € gegenüber dem vergleichbaren Benzinfahrzeug. Eine nachträgliche Umrüstung gebrauchter Benzinfahrzeuge ist zu diesen Kosten ebenfalls möglich. Hier sind zuvor die Garantiebestimmungen mit dem Umrüstbetrieb zu klären.
Auch Flüssiggas weist Umweltvorteile auf. Ruß und andere luftverunreinigende Partikel treten im Vergleich zum Diesel praktisch nicht auf. Und auch die Klimabilanz fällt deutlich positiver aus: Fahrzeuge im Autogasbetrieb emittieren gegenüber Benzinfahrzeugen rund 18 Prozent weniger des Treibhausgases CO2 .
Detaillierte Informationen zur Wirtschaftlichkeitsberechnung, Tankstellen, Wartung und Technik stehen im Internet unter www.autogastanken.de zur Verfügung.
Unter Biodiesel versteht man üblicherweise Rapsölfettsäure-Methyl-Ester (RME). Aus Rapsöl, das in Ölmühlen aus der Rapssaat gewonnen wird, wird durch Umesterung (mit ca. 10 % Methanol) Biodiesel (RME). Auch andere Pflanzenöle bzw. Fette können zu Biodiesel umgewandelt werden. Die Fahrzeughersteller beschränken in der Regel ihre Freigaben auf den Biodiesel, der ausschließlich aus Raps gewonnen wurde (RME).
An ca. 1.400 Tankstellen erhält der Kunde Biodiesel aus Rapsöl nach der aktuellen Norm DIN EN 14 214. Die Preise für Biodiesel schwanken je nach Region und liegen im Schnitt 0,15 bis 0,20 € unter den Preisen für mineralischen Diesel. In der Praxis muss der Fahrzeugführer mit einem Mehrverbrauch von ca.5 bis 7 % gegenüber dem Betrieb mit mineralischem Diesel rechnen.
Biodiesel (RME) hat die Eigenschaft, bestimmte Kunststoffe, wie sie bei Schläuchen und Dichtungen der Einspritzpumpe verwendet werden, anzugreifen. Bei dauerhaftem Betrieb mit Biodiesel (RME) können sie quellen und zu Schäden an der Einspritzausrüstung führen. Daher sollte unbedingt sichergestellt sein, dass eine ausdrückliche Freigabe des Fahrzeugherstellers für Betrieb mit RME vorliegt.
Derzeit ist keine generelle Aussage über den möglichen Einsatz von Biodiesel in Personenkraftwagen zu treffen, da eine Freigabe für die Verwendung von Biodiesel durch die Automobilhersteller sehr unterschiedlich geregelt wird. Einige Hersteller lehnen den reinen Einsatz von Biodiesel in den PKW ab, andere beschränken die Freigabe auf wenige bestimmte Modelle und Motoren.
Im Segment der schweren Nutzfahrzeuge erteilen fast alle Hersteller eine Freigabe für Biodiesel. Auch hier sollte, bevor ausschließlich Biodiesel getankt wird, mit der Fachwerkstatt Kontakt aufgenommen werden, da sich die Serviceintervalle ändern können.
Aus ökologischer Sicht sind insbesondere das CO2 -Minderungspotenzial und die Ressourcenschonung beim Einsatz von Biodiesel hervorzuheben.
Im Internet finden sich weitere Informationen zur Freigabe von Fahrzeugen, Tankstellen, Wartung und Technik unter:
Pflanzenöl zum Einsatz in Kraftfahrzeugen wird in Deutschland vor allem aus Raps gewonnen. In NRW gibt es ca. 20 Tankstellen, an denen Pflanzenöl getankt werden kann. Da es sich aber um einen ungiftigen und nicht wassergefährdenden Stoff handelt, kann Pflanzenöl problemlos in Eigenverbrauchs-Tankstellen gelagert werden. Pflanzenöltankstellen und Lieferanten von Pflanzenöl finden sich im Internet unter www.biotanke.de.
Serienfahrzeuge mit Pflanzenölantrieb werden nicht angeboten, alle Fahrzeuge müssen umgerüstet werden. Eine Liste mit Umrüstbetrieben findet sich unter www.tfz.bayern.de. Je nach Art des Motors und der Einspritztechnik werden Ein- oder Zweitank-Systeme angeboten. Während Eintanksysteme komplett mit Pflanzenöl gefahren werden, muss beim Zweitanksystem zum Starten und Spülen der Einspritzanlage in einem zweiten Tank eine geringe Menge Dieselkraftstoff mitgeführt werden. Jede Umrüsttechnik ermöglicht aber auch das 100-prozentige Fahren mit Dieselkraftstoff, wenn kein Pflanzenöl zur Verfügung steht. Der Verbrauch an Treibstoff erhöht sich im Vergleich zum Dieselbetrieb um etwa 3 Prozent und ist damit nur unwesentlich höher, eine Leistungseinbuße ist nicht feststellbar.
Die Preise für Rapsöl liegen in der Größenordnung von 55 bis 70 Cent je Liter. Die Umrüstungskosten liegen zwischen 1.500 bis 3.000 € für Pkw und 3.000 bis 4.000 € für Lkw. Eigenverbrauchstankstellen sind je nach Tankgröße ab etwa 300 € erhältlich.
Die Beratung ist unentgeltlich und neutral. Voraussetzung ist ein Standort in NRW.
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