Gleichzeitig gilt aber auch, dass viele ältere Heizungsanlagen technisch noch längst kein altes Eisen sind und durch die richtige Einstellung und Regelung wirtschaftlicher betrieben werden können.
Spezielle Anwendungen der Energieträger wie Blockheizkraftwerke und Gaswärmepumpen werden in den anderen Abschnitten der Energieanwendung behandelt.
Auswahl des Energieträgers bei neuen oder zu erneuernden Heizungssystemen
Im folgenden werden verschiedene Energieträger vorgestellt und die Rahmenbedingungen für den Einsatz erläutert.
Der feuerungstechnische Wirkungsgrad einer Feuerungsanlage, ηF, ist ein Maß für die Verluste durch die fühlbare Abgaswärme bei der Verbrennung.
Der Kesselwirkungsgrad einer Feuerungsanlage, ηK , ist ein Maß für die Summe der Abgasverluste und der Verluste durch die konduktive Wärmeabgabe des Kessels während der Brennerlaufzeit. Dieser Wärmeverlust ist die Summe der Strahlungswärme und des konvektiven Wärmeverlustes: Dieser Wärmeverlust ist ein Maß für die „Wärmedichtheit“ des Kessels und beträgt bei neuen Kesseln in der Regel weniger als 1 % der Kesselleistung. Dennoch ist der Wärmeverlust eine wichtige Größe, da der Wärmeverlust während der gesamten Betriebsdauer auftritt, während die Abgasverluste nur während der kurzen Laufzeit des Brenners auftreten.
Der Nutzungsgrad ist ein Maß dafür, wie viel der im Energieträger gespeicherten Energie auch tatsächlich in einer Heizperiode verwendet wird. Im Unterschied zum Wirkungsgrad, der im stationärem Betrieb (Volllast) gemessen wird, wird der Nutzungsgrad über einem längeren Zeitraum beim Taktbetrieb ermittelt. Der Wirkungsgrad ist stets höher als der Nutzungsgrad, da beim Teillastbetrieb neben Abgas- und Kesselverlusten auch Stillstandverluste auftreten.
1.2. Unterer Heizwert, Oberer Heizwert, Brennwert
Kesselwirkungsgrade der zur Zeit genutzten Systeme:
| Konstanttemperatur- Kessel: |
Niedertemperatur- Kessel: |
Ölbrennwert- Kessel: |
| Meist Gusskessel |
Guss/Stahlkessel |
Stahl/Edelstahlkessel |
| konstante Kesseltemperatur zw. 80 - 90°C |
gleitende Kesseltemperatur 40 - 80°C |
Kesseltemperatur 30 - 80°C |
| Abgastemperaturen >160°C |
Abgastemperatur >120°C |
Abgastemperatur 40 - 110°C |
| Hohe Abstrahl- und Stillstandsverluste um 20% |
Geringe Abstrahl- und Stillstandsverluste um 1% |
Geringe Abstrahl- und Stillstandsverluste um 1% |
| Kesselwirkungsgrad bis zu 70% (bezogen auf Hu) |
Kesselwirkungsgrad bis zu 93% (Hu) |
Kesselwirkungsgrad bis zu 100% (Hu) |
| Kesselwirkungsgrad bis zu 66% (bezogen auf Ho) |
Kesselwirkungsgrad bis zu 88% (Ho) |
Kesselwirkungsgrad bis zu 95% (Ho) |
Die Nutzungsgrade von Wärmeerzeugern über ein ganzes Jahr betrachtet liegen wesentlich niedriger, da hier Stillstandszeiten, Takthäufigkeiten und Regelung ebenfalls wichtig sind. Bei alten, überdimensionierten Anlagen kann der Nutzungsgrad unter 50% fallen.
| Konstanttemperatur- Kessel: |
Niedertemperatur- Kessel: |
Gasbrennwert- Kessel: |
| konstante Kesseltemperatur zw. 80 - 90°C |
gleitende Kesseltemperatur 40 - 80°C |
Kesseltemperatur 30 - 80°C |
| Abgastemperaturen >160°C |
Abgastemperatur >120°C |
Abgastemperatur 40 - 110°C |
| Hohe Abstrahl- und Stillstandsverluste um 20% |
Geringe Abstrahl- und Stillstandsverluste um 1% |
Geringe Abstrahl- und Stillstandsverluste um 1% |
| Kesselwirkungsgrad bis zu 70% (bezogen auf Hu) |
Kesselwirkungsgrad bis zu 93% (Hu) |
Kesselwirkungsgrad bis zu 107% (Hu) |
| Kesselwirkungsgrad bis zu 66% (bezogen auf Ho) | Kesselwirkungsgrad bis zu 93% (Ho) | Kesselwirkungsgrad bis zu 96% (Ho) |
Die Anwendungen und die Technik sind die gleichen wie bei Erdgasheizungen. Der Preis differiert jedoch stark.
4.1. Lager
Holzheizungen benötigen einen Lagerraum für den Brennstoff, der möglichst trocken sein sollte. Die Größe des Lagers richtet sich nach dem Jahresverbrauch. Da Holz ein Brennstoff ist, der sich verändern kann (Schimmel, Zersetzung), sollte der Lagervorrat bei Stückholz und Hackschnitzel nicht zu hoch gewählt werden. Pellets sind aufgrund ihrer geringen Restfeuchte unproblematisch.
Weitere Informationen erhalten Sie in folgenden Broschüren:
Für die Wärmepumpentechnik gibt es spezifische Kenngrößen zur Beurteilung der Leistung und Effizienz. Eine wesentliche Größe ist der COP (Coefficient of Performance) der aus dem Verhältnis der Leistungsaufnahme zur abgegebenen Leistung gebildet wird.
COP = abgegebene Wärmeleistung kW / zugeführte elektrische Leistung in kW
Je geringer die Temperaturdifferenz zwischen der Wärmequelle und dem Heizsystem ist, um so höher ist die Effizienz der Wärmepumpe und damit der COP-Wert. In Abhängigkeit von den Ausgangsbedingungen kann der COP-Wert zwischen eins und sechs liegen. Dieses ist ein statischer Wert unter Normbedingungen. Im Jahresverlauf ändern sich diese allerdings so das eine weitere Kennzahl zur Bewertung, die Jahresarbeitszahl b genutzt wird.
Mit diesem Kennwert wird das Verhältnis der abgegebenen Nutzwärme zu der insgesamt aufgenommenen elektrischen Antriebsenergie inklusive aller Hilfsenergien innerhalb eines Jahres beschrieben.
Jahresarbeitszahl Beta = Summe der Nutzwäre in kWh / Summe der zugeführten Antriebsenergie in kWh
Die Jahresarbeitszahl ist vergleichbar mit dem Jahresnutzungsgrad einer herkömmlichen Heizanlage. Ein Vorteil ist die Vielseitigkeit der Wärmepumpe, da sie je nach Bauart und Wärmequelle auch zur Kälteerzeugung verwendet werden kann.
Im Folgenden sind die üblichen Wärmepumpen aufgeführt:
Wenn durch einen Produktionsprozess Abwärme anfällt, kann diese von der Wärmepumpe genutzt werden.
Weitere Informationen:
Planungsleitfaden Wärmepumpe:
Wenn keine Regelung vorhanden ist kann die Vorlauftemperatur eventuell per Hand eingestellt werden. Durch Wärmedämmmaßnahmen oder geänderte Nutzung des Gebäudes kann sich der Wärmebedarf ändern und damit auch eine geringere Vorlauftemperatur sinnvoll sein.
Die Folgen von zu hohen Vorlauftemperaturen sind höhere Abstrahl- und Verteilungsverluste des Kessels und damit höherer Energieverbrauch.
Weitere Informationen erhalten Sie in den Broschüren:
| Hydraulischer Abgleich von Heizungsanlagen [398,46 kb] |
|
| Holzpellets – ein Brennstoff mit Zukunft [323,53 kb] |
|
| Energetische Nutzung von Holz [829,47 kb] |
|
| Leitfaden Bioenergie [3.191,51 kb] |
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