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Projekt des Monats Mai 2011

Jugendakademie Walberberg – Chronologie der Nachhaltigkeit

Jugendakademie Walberberg Haupthaus Aussenansicht

Jugendakademie Walberberg
Haupthaus Außenansicht

Es muss nicht immer alles spektakulär sein. Oder vielleicht ist manchmal die Summe spektakulär. Hauptsache, es ist sinnvoll! So oder so – die Jugendakademie Walberberg in Bornheim sieht sich der Nachhaltigkeit verpflichtet. Und weil Nachhaltigkeit kein Katzensprung ist, haben sich die Walberberger bereits in den 80er Jahren des vergangenen Jahrhunderts auf den Weg gemacht. Die letzte Etappe: In diesem Jahr nahm eine neue 300-kW-Biomasseheizung (Pellets) ihren Dienst auf, sie ersetzt einen alten Ölkessel.

Zwischen Köln und Bonn gelegen, bietet die Jugendakademie mit fünf hauptberuflichen Referenten und rund 20 Honorarreferenten verschiedene Seminare für Jugendliche und junge Erwachsene im Bereich der politischen und religiösen Bildung, des sozialen Lernens und der interkulturellen wie auch internationalen Bildung an. „Nachhaltige Veränderungen müssen vor allem von unten kommen und wachsen. Dabei gelten die alten Leitsätze ,global denken – lokal handeln’ nach wie vor“, erklärt Geschäftsführer Reinhard Griep die Motivation der Jugendakademie.
 

Jugendakademie Walberberg Haupthaus Terrasse

Jugendakademie
Walberberg Haupthaus
Terrasse

Seit fast 30 Jahren wird diese Überzeugung in der Jugendakademie Walberberg gelebt. In den 80er und 90er Jahren werden in allen Gebäudeteilen Wärme isolierende Doppelverglasungen eingesetzt und die Dachflächen (Flachdächer) und (teilweise) Außenfassaden isoliert.

Darüber hinaus wurden Mitte der 90er Jahre für drei der vier Gebäudeteile (die beiden so genannten Bungalows und das „Europahaus“) thermische Solaranlagen für die Warmwasserversorgung der Duschen installiert – jeweils rund 8,4 qm Absorberfläche pro Gebäude.

Ebenfalls seit dieser Zeit wird der Anschluss für Niederschlagswasser von drei der vier Gebäuden nicht mehr in die Kanalisation geleitet, sondern in den nahen Rheindorfer Bach – oder es wird in eigens aufgestellte Behälter zur Bewässerung von Pflanzen gesammelt.
 

Im Jahr 1999 wird das ehemalige Postersatzgebäude gekauft. Das Gebäude wurde von der Post als Ersatzquartier für die Bauphase der neuen Post im Bonner Zentrum genutzt. Die Besonderheit: Das Holzrahmenhaus erfüllte die Kriterien des damaligen Niedrigenergiehau-Standards. Seit dem Kauf dient es der Jugendakademie als Tagungshaus mit Seminarraum und Zimmern für die Unterbringung von Gästen.

Im Jahre 2003 wurde auf dem Dach des Haupthauses eine Photovoltaikanlage installiert. Die Anlage hat eine Leistung von 9,24 kWp. Jährlich werden damit rund 7.500 kWh Strom erzeugt. Bei einer Vergütung von 45,7 Cent pro kWh betragen die Einnahmen rund 3.400 Euro. Sie decken damit ein Drittel der jährlichen Stromkosten der Akademie. Zudem werden durch die PV-Anlage die CO2-Emissionen um jährlich rund 3,5 Tonnen reduziert. Die Leistung und der ökologische Nutzen der Photovoltaikanlage wird im Foyer der Jugendakademie anschaulich dokumentiert.

Damit der Weg in die Nachhaltigkeit mitunter und bei Bedarf auch etwas flotter zurückgelegt werden kann, wurde Ende 2010 ein Elektromobil für die Hausmeisterei angeschafft.
 


Das Foto zeigt die Preisverleihung des Umweltschutzpreises 2011durch die Stadt Bornheim, der 2. Platz ging an die Jugendakademie Walberberg.

Vorläufiger Höhepunkt ist die neue Pelletheizung, die in diesem Jahr ihren Dienst aufnahm. Die alte Ölheizung wurde durch drei 100-kW-Pelletkessel ersetzt. Der bisherige Ölverbrauch lag im Jahr etwa bei 78.000 l Heizöl. Das entspricht einem Wärmebedarf von etwa 780.000 kWh pro Jahr. Dieser Bedarf lässt sich nun durch 155 Tonnen Holzpellets (= 240 m³ Pellets/a) decken. Die Jugendakademie Walberberg rechnet mit jährlichen Einsparungen bei den Heizkosten von rund 20.000 Euro.
 
Die CO2-Emissionen reduzieren sich durch den Brennstoffwechsel um rund 185 Tonnen im Jahr.

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