Das Familienunternehmen Steinbach & Vollmann (STUV) feiert in diesem Jahr sein 125-jähriges Bestehen. Seit 1883 entwickelt und fertigt die Firma Schlösser, Verschlüsse, Beschläge und Scharniere für die Industrie. Heute gilt sie als Premium-Hersteller und produziert für den Stahl- und Metallbau, den Maschinenbau, die Klima- und Elektroindustrie sowie die Kühlindustrie. Auch die Hersteller von Geldschränken und die Ausrüster von Justizvollzugsanstalten vertrauen auf den hohen Sicherheitsstandard von STUV. 165 Mitarbeiter beschäftigt die Firma derzeit. Im Jubiläumsjahr schaut das in Heiligenhaus bei Velbert ansässige Unternehmen auf die erfolgreiche Firmengeschichte zurück, hat aber vor allem auch die Zukunft fest im Blick. Denn STUV hat gerade in fortschrittliche Umwelttechnologie investiert. Mit Beginn des Jahres ist eine Solarthermie-Anlage in Betrieb gegangen.
Es handelt sich um eine Prozesswärmeanlage des Herstellers SOTEC-Solar, mit der die Galvanikbäder in der Produktion aufgeheizt werden. Zusätzlich sorgt die Solartechnik für Wärme in den Waschräumen der Belegschaft. Eine auf Solarenergie basierte Prozesswärmeanlage dieser Größenordnung ist ein absolutes Novum im Bereich der Galvanik, also der Oberflächenbeschichtung. Mit 400 Quadratmetern Kollektorenfläche - installiert auf dem Flachdach des Galvanik-Gebäudes - zählt die Anlage generell zu einer der größten ihrer Art in Deutschland. 210 kW Leistung erbringt die neue Technik, und das nicht nur bei Sonnenschein, auch bei hellem bewölkten Himmel. Mit der Neuerung erzielt die Firma eine Reduzierung des Gasverbrauchs um etwa 35 bis 40 Prozent. Erwartet wird somit eine CO2-Verminderung von mehr als 20 Tonnen im Jahr - eine erhebliche Entlastung für die Umwelt.
Die EnergieAgentur.NRW hat STUV sowohl in technischer Hinsicht als auch bei der Beantragung von Fördergeldern beraten.
STUV übernimmt seine Vorreiterrolle aus Überzeugung. "Mit der Nutzung von Solartechnik wollen wir ein Zeichen setzen, denn der Klimaschutz ist uns wichtig", sagt Betriebsleiter Ulrich Brix. Zudem wird sich die Anlage durch dauerhaft eingesparte Energiekosten und bei Einrechnung der Förderung des Landes NRW voraussichtlich in sieben Jahren amortisiert haben. Ab dann wird der Betrieb zusätzlich zum Umwelt-Faktor auch von Kosteneinsparungen profitieren. Ein weiterer entscheidender Vorteil ist auch die Planungssicherheit, die mit dieser Investition erreicht wird. Denn mit der Nutzung von Solarenergie gewinnt das Unternehmen mehr Unabhängigkeit. "Damit haben wir den steigenden Gaspreisen etwas entgegenzusetzen", benennt Brix einen wichtigen Aspekt für die Firma.
Die Anschaffung der Solarthermie-Anlage ist nicht die erste umweltfreundliche Investition von STUV. Bereits im Jahr 2004 konnte mit der Inbetriebnahme einer neuen Heizungsanlage eine Reduzierung des Gasverbrauchs um 29 Prozent erreicht werden. Mit dem Start der Solartechnik für die Galvanik hat Steinbach & Vollmann nun gleich zu Beginn des Jubiläumsjahres einen weiteren großen Schritt in die Zukunft gemacht.
Projektdaten
Investor: Steinbach & Vollmann, Heiligenhaus,
www.stuv.de
Heizsystem: Solarthermie, Prozesswärmeanlage für die Galvanik
Hersteller: SOTEC-Solar, Plettenberg, www.sotec-solar.de/
Montagedauer: 6 Wochen
Inbetriebnahme: 14. Januar 2008
Kollektorfläche: 400 Quadratmeter
Nenn-Wärmeleistung: 180 kW
Eingesparte Energie: Reduzierung des Gasverbrauchs um 35 bis 40 Prozent
CO2-Reduzierung: mehr als 20 t/a
Amortisierung der Anlage: nach etwa 7 Jahren, bei Einrechnung der vom Land NRW erhaltenen Förderung
Ansprechpartner: Gerald Orlik, EnergieAgentur.NRW, Tel.: 0202 / 24552 33,
orlik@energieagentur.nrw.de
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