Die Wirtschaftskammer Oberösterreich untersuchte 14 Brauereien als repräsentative Pilotbetriebe im Detail und ermittelte Branchenkennzahlen. Auf dieser Seite sind die Ergebnisse aus diesen Untersuchungen zusammengefasst.
Zunächst werden die einzelnen Produktionsschritte bei der Bierherstellung erläutert:
Energiekennzahlen:
Der Abbildung ist zu entnehmen, wie der Energieverbrauch (Strom und Wärme) mit der Größe der Brauerei zunimmt. Größere Brauereien arbeiten wegen der besseren Auslastung der Produktionsanlagen (kontinuierlicher Betrieb) effizienter als kleinere.
Aufteilung der Energieverbräuche:
Aufteilung der elektrischen Energie:
Aufteilung der Wärmeenergie:
| spezifischer Strombedarf [kWh/hl] |
7 |
12 |
39 |
| Richtwert für Betriebe bis 50.000 hl/a in [kWh/hl] |
25 |
||
| Richtwert für Betriebe bis 500.000 hl/a in [kWh/hl] |
15 |
||
| Richtwert für Betriebe über 500.000.000 hl/a in [kWh/hl] |
8 |
||
| spezifischer Wämebedarf [kWh/hl] |
18 |
39 |
75 |
| Fuhrpark - Transport - Logistik [kWh/hl] |
10 |
... |
20 |
Einsparpotentiale:
Wahl des günstigsten Energietarifes
Die einfachste und im allgemeinen billigste Möglichkeit, Kosten zu sparen, ist die optimale Ausnutzung der tariflichen Gegebenheiten. Durch die Anpassung von Energielieferverträgen an die betrieblichen Bedingungen können Einsparungen erzielt werden.
Lastmanagement senkt die Stromkosten
Der durchschnittliche Strompreis von Betrieben, deren Stromverbrauch über einen 1/4 Stunden Zähler abgerechnet wird, hängt wesentlich vom Leistungsbezug ab. Der Leistungspreis wird meist aus dem Mittel der drei bis zwölf höchsten 1/4 Stunden-Werte eines Abrechnungsjahres ermittelt. In einigen Fällen ist sogar nur der Strombezug innerhalb einer einzigen 15-Minuten-Messperiode ausschlaggebend für die Höhe der Stromrechnung.
Spitzenlastwächter messen gleichzeitig mit dem Stromversorger die jeweilige bezogene Leistung und schalten bei Überschreitung einer frei definierbaren Leistungsgrenze selbsttätig große Verbraucher weg. In Brauereien können als typische schaltbare Verbraucher die Kühlanlagen, CO2 Rückgewinnung, Staplerladegeräte sowie thermische Verbraucher im Braugasthof in ein Lastmanagement eingebunden werden.
Effizienzsteigerung
Die ermittelten Kennzahlen zeigen, dass die Effizienzproduktion nicht durch größere Anlagenkapazitäten, sondern vielmehr durch eine bessere Auslastung der Anlagen und die damit verbundene kontinuierliche Produktion verbessert wird. Überdimensionierte Anlagen haben einen schlechten Wirkungsgrad und verursachen hohe Betriebskosten, die Anlagenteile sollten daher aufeinander abgestimmt sein.
Kühlanlage
Kühlanlagen eignen sich gut für die Einbindung in Lastmanagementsysteme. Allenfalls kann unter Überwachung von Systemdruck und Systemtemperatur durch Drehzahlregelung der Kältepumpen das Druckniveau allmählich gesenkt werden. Der durchschnittliche Stromverbrauch sinkt dabei bis zu 45 %. Desweiteren eignen sich Eisbänke aufgrund der latenten Schmelzwärme gut als Energiespeicher. Damit kann eine Verlagerung der Kälteproduktion in die Nachtstunden und eine Verringerung der Leistungsspitze erreicht werden. In Brauereien mit eigenem Blockheizkraftwerk kann die anfallende Abwärme allenfalls zum Betrieb von Absorptionskältemaschinen herangezogen werden.
Druckluft
Druckluft ist die teuerste aller Energieformen. Regelmäßiger Service an der Druckluftstation, dem Verteilernetz und den Endgeräten verhindert unnötige Verluste. Vielfach wurde ein höheres Druckniveau als notwendig eingestellt. Jedes bar Druckerhöhung verursacht einen Energiemehrbedarf von etwa 7 %, zusätzlich steigen auch die Leckageverluste drastisch an.
Einsparungen bei der Wärmetechnik
Durch den hohen thermischen Energieeinsatz bestehen vielfach wirtschaftliche Möglichkeiten zur Abwärmenutzung. Das Hauptproblem sind allerdings die unterschiedlichen Temperaturniveaus sowie die großen Entfernungen innerhalb der Brauereien. Ansatzpunkte für eine Abwärmenutzung ergeben sich vor allem im Sudhaus.
Transport und Logistik
Hier helfen vor allem ein modernen Fuhrpark und eine optimale Streckenplanung Treibstoff zu sparen. Vielfach wird der Aufwand für die Abholung des Leergutes unterschätzt. Insgesamt fallen im Transportbereich 20 bis 25 % der Energiekosten und 15 % des Energieverbrauches an.
Quelle: ÖKOBERATUNG, Hessenplatz 3, A-4020 Linz, Tel.: +43 (0)5-90 909-3633, Fax: +43 (0)5-90 909-3709, office@oeko-beratung.at, www.oeko-beratung.at, http://portal.wko.at/wk/format_detail.wk?AngID=1&StID=88320&DstID=4996
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