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Energieeffizienz in der Holzbe- und verarbeitenden Industrie

Die Energieanwendungen in der Holzbe- und verarbeitung können in branchenspezifische Produktions- und Fertigungsanwendungen sowie branchenunspezifische Bereiche eingeteilt werden.
     
Zu den branchenspezifischen Anwendungen gehört der Betrieb sämtlicher Anlagen, die für die Herstellung der verschiedenen Endprodukte erforderlich sind. Hierzu zählen neben den Vorbereitungs- und Nachbehadnlungsanlagen insbesondere Trocknungsanlagen, diverse Maschinenantriebe, Pressen und Absauganlagen.

             
Die Bearbeitungsvorgänge in der Holzbranche können eingeteilt werden in

  • Mechanische Bearbeitung (Sägen, Hobeln, Fräsen, Bohren, Drechseln, Hacken, Schleifen, Pressen)
  • Thermische Bearbeitung (Dämpfen, Kochen, Trocknen, Pressen),
  • Sonstige Bearbeitung (Imprägnieren, Beschichten, Lackieren) und
  • Absaugung (Späne, Stäube, Lösemittel, Abgase).

    
Zu den branchenunspezifischen Energieanwendungen zählt der Betrieb der

  • Transporteinrichtungen (Flurförderer, Bandanlage, Krananlage) und
  • Versorgung (Heizung, Beleuchtung, Drucklufterzeuger, -verteiler, Warmwasser-, Dampfbereitung, Lüftung, Klimatisierung, Bürogeräte/EDV)

Eine besondere Rolle spielen darüber hinaus in vielen Betrieben Anlagen zur energetischen Restholznutzung. Die bei der Verbrennung freiwerdende Energie wird je nach Anfall der Restholzmengen entweder in Form von Wärme und/oder elektrischer Energie zur innerbetrieblichen Energieversorgung eingesetzt oder als Abwärme an die Umwelt abgegeben.

   
Die Betriebe der Holzbranche können in folgende sieben Unternehmensprofile aufgegliedert werden:

  • Säge- und Hobelwerke
  • Spanplattenwerk
  • Leimholzwerk
  • Lagenholzwerk
  • Möbelindustrie
  • Hersteller von Verpackungsmitteln, Lagerbehältern und Fertigbauteilen
  • Tischlereien, Schreinerein und Zimmereibetriebe (siehe Branche - Gewerbe)


Tipps zur Energieeinsparung

  
Bearbeitungsmaschinen:

Nicht investive Maßnahmen

  • Maschinen regelmäßig warten
  • Werkzeuge in einwandfreiem Zustand halten
  • Teillastbetrieb der Maschinen vermeiden
  • Maschinen so schnell wie möglich abschalten
  • Druckniveau der Druckluftversorgung auf möglichste Absenkung überprüfen

   
Investive Maßnahmen

  • Einsatz von Energiesparmotoren überprüfen
  • Bei Austausch Motorgröße und die Auslastung überprüfen und ggf. kleineren Motor wählen
  • Nachrüstmöglichkeiten von Drehzahlregelungen überprüfen
  • Nachrüstung mit Sensoren und Abschaltungen bei verketteten Maschinen überprüfen

  
Holztrocknung:

Nicht investive Maßnahmen

  • Vortrocknung im Freien wenn möglich
  • langsames Aufheizen der Trockenkammer


Investive Maßnahmen

  • Einbindung der Trocknungsanlagen in die betriebliche Spitzenlastregelung /-begrenzung
  • Anpassung der Ventilatorleistung in Abhängigkeit der Holzfeuchte
  • Um den Transmissionswärmeverlust gering zu halten, sollten die Trocknungskammern im Dachbereich eine Dämmung von ca. 30 cm, an den Wänden von ca. 20 cm und im Bodenbereich von ca. 10 cm aufweisen.
  • Die Beheizung der Trockenkammer sollte möglichst über einen Holzkessel erfolgen, der in der Lage ist, das zur Verfügung stehende Restholz sinnvoll zu nutzen.

  
Lackieranlage:

Allgemein

  • Thermische Anlagen nicht unnötig betreiben
  • Bereiche, in denen mit lösemittelhaltigen Stoffen hantiert wird, möglichst klein halten
  • Wenn möglich, Raumluft aus anderen Bereichen als Zuluft für Lackierräume verwenden
  • Abwärme nutzen
  • Wasserlacke benötigen eine hohe Energiemenge zum Trocknen durch Wasserverdampfung
  • Abluftanlage von Spritzkabinen in Spritzpausen abschalten
  • Zerstäubungsdruck möglichst gering halten
  • Türen von Umlufttrocknern immer geschlossen halten. Bei Nichtbenutzung möglichst Lüftung abschalten
  • IR- und UV-Strahler gut ausrichten, Aufheizung von Anlagenteilen vermeiden


Absauganlage:

Nicht investive Maßnahmen

  • nicht benötigte Holzbearbeitungsmaschinen und die zugehörigen Absauganlagen abschalten
  • Schieber zu nicht betriebenen Maschinen konsequent schließen. Auch bei Ventilatoren ohne Drehzahlregelung ergeben sich Einspareffekte von bis zu 20 %
  • Der vom Hersteller vorgegebene maximale Druckabfall im Filter sollte regelmäßig und in kurzen Zeitabschnitten überwacht werden.


Investive Maßnahmen

  • Absauggeschwindigkeit auf 20 bis 28 m/s einstellen
  • Transportgeschwindigkeit auf 16 bis 20 m/s einstellen
  • Verringerung der Drehzahl um 10 % vewirkt eine Energieeinsparung um 30 %
  • Möglichst Einsatz von Hochleistungsventilatoren
  • Rückführung der abgesaugten Luft
  • Rohrleitungen zwischen Absaugstellen und Filter sollten möglichst kurz und mit wenigen Krümmern ausgeführt sein. Zudem ist darauf zu achten, abrupte Übergänge und kleine Radien zu vermeiden.

 
Die relevanten Querschnittstechnologien in der Holzbe- und verarbeitung sind vorallem:

  • Lastmanagement/Spitzenlastoptimierung
  • Druckluftversorgung
  • Wärmebereitstellung und Verteilung
  • Blindstromkompensation
  • Beleuchtung
  • Wärmerückgewinnungssysteme.

  
Nähere Informationen hierzu finden Sie unter "Energieanwendungen" und "Energiebeschaffung" auf dieser Internetseite.

Kennziffern zum Energieverbrauch:

  
Unternehmensprofil Säge- und Hobelwerke

 

Strombedarf von Sägewerken [kWh/m3 Einschnittvolumen]  

 

 
Entrindung

4,3

...

5,4

Hauptschnitt

11,6

...

22,3

Nachschnitt

2,0

...

8,1

Zerhacker

0,9

...

5,9

Absauganlage

 1,6

 ...

3,4

 

 

Strombedarf von Hobelwerken [kWh/m3 Schnittholzeinsatz]  

 

 
 

8,3

...

65,1

 

 
Unternehmensprofil Holzleimbau

 

Strombedarf für Einzelprozesse [kWh/m3 Trägerproduktion]  

 

 
Stapelstation, vorhobeln

6

...

24

Keilzinken, Lamellenhobel

2

...

45

Presse

0,3

...

18

Binderhobel

2

...

15

Abbund

0,15

 ...

11

Absaugung

 3

 ...

 57

Licht etc.

 ...

 7

 ...

 

 

Wärmeenergiebedarf für Einzelprozesse [kWh/m3 Trägerproduktion]  

 

 
Trocknung

160

...

401

Heizung, Klimatisierung

255

...

709

Erzeugungs- u. Verteilungsverluste

82

...

23

 



Unternehmensprofil Furnierherstellung

 

Strombedarf für Furnierherstellung [kWh/m3 Furnier]  

 

 
Entrindung

6

  ...

75

Dämpf- und Kochgrube  

  ...

14

Messer/Schälmaschine

34

  ...

166

Trockner

13

 ...

170

sonstiges (Raumheizung, Restholzhacker, Licht)

16

 ...

190

 

 

Wärmeenergiebedarf für Furnierherstellung [kWh/m3 Furnier]  

 

 
Dämpf- und Kochgrube

236

...

1.400

Trockner

650

 ...

2.580

sonstiges (Raumheizung, Restholzhacker, Licht)

...

89

...

Verluste bei der Energieerzeugung und-verteilung

...

 690

...

 

  

Unternehmensprofil Sperrholzherstellung

 

Strombedarf [kWh/m3 Furnier/Platte]  

 

 
Schälfurnierherstellung

120

...

285

Furnierplattenherstellung

85

...

210

Formteileherstellung

130

...

340

Tischlerplattenherstellung

85

...

180

Beschichtung

20

 ...

120

 

 

Wärmeenergiebedarf [kWh/m3 Furnier/Platte]  

 

 
Schälfurnierherstellung

1.600

...

2.880

Furnierplattenherstellung

314

...

1.240

Formteileherstellung

260

...

890

Tischlerplattenherstellung

270

...

750

Beschichtung

210

 ...

860

 

  
Unternehmensprofil Spanplattenherstellung

 

Strombedarf für Einzelprozesse [kWh/m3 Rohspanplatte]  

 

 
Entrindung, Späneaufbereitung, Sortierung

21

...

60

Trocknung

16

...

61

Beleimung, Formgebung

3,4

 ...

12

Pressen

5

 ...

27

Schleifen

9

...

26

sonstiger Bedarf (Kesselhaus, Heizung, Verteilungsverluste)

1,7

...

23

Beschichtung

14,5

...

36,5

 

 

Wärmeenergiebedarf [kWh/m3 Rohspanplatte]  

 

 
Trocknung

210

...

580

Pressen

58

 ...

176

sonstiger Bedarf (Kesselhaus, Heizung, Verteilungsverluste)

66

...

195

Beschichtung

73

...

320

 

   

Unternehmensprofil Küchenmöbel

 

 

 
 Prozesse

 

Strombedarf
kWh/m3 Spanplatte

 Wärmeenergiebedarf
kWh/m3 Spanplatte

 Spanabsaugung

 74

 -

 Druckluft

 31

- 

 Furnierpressen

 -

 60

 Lacktrocknung

 8

 139

 Maschinenantriebe

 66

 -

 Transporteinrichtungen

 10

 -

 sonst. Bedarf

 6

 51

 Beleuchtung

 27

 -

 Heizung

 41

 659

 


    
Unternehmensprofil Korpusmöbel

 

 

 Prozesse

Strombedarf
kWh/m3 Spanplatte

 Wärmeenergiebedarf
kWh/m3 Spanplatte

 Spanabsaugung

64

 -

 Druckluft

32

- 

 Holztrocknung

4

54

 Furnierpressen

-

106

 Lacktrocknung

12

168

 Maschinenantriebe

80

 -

Transporteinrichtungen

21

-

 sonst. Bedarf

5

61

 Beleuchtung

24

-

 Heizung

 26

 1.215

 


   
Unternehmensprofil Gestellmöbel

 

 

 Prozesse

Strombedarf
kWh/m3 Schnittholz

 Wärmeenergiebedarf
kWh/m3 Schnittholz

 Spanabsaugung

127

 -

 Druckluft

56

- 

 Holztrocknung

55

 779

 Furnierpressen

 -

273

 Lacktrocknung

73

278

 Maschinenantriebe

361

 -

 Transporteinrichtungen

5

 -

 sonst. Bedarf

28

651

 Beleuchtung

86

 -

 Heizung

64

1.581

 

 

        

Unternehmensprofil Polstermöbel

 

 

 Prozesse

Strombedarf
kWh/m3 Schnittholz

 Wärmeenergiebedarf
kWh/m3 Schnittholz

 Spanabsaugung

52

 -

 Druckluft

21

- 

 Holztrocknung

16

327

 Maschinenantriebe

126

 -

 Transporteinrichtungen

8

 -

 sonst. Bedarf

26

234

 Beleuchtung

83

 -

 Heizung

58

1.73

 


Weitere Informationen finden Sie in einem im vieweg-Verlag erschienen Branchenenergiekonzept "Rationelle Energienutzung im holzbe- und verarbeitenden Gewerbe", ISBN 3-528-05862-5  

 

Quelle: EnergieAgentur.NRW / Energiekennwerte, Michael Kubessa (Hrsg.), ISBN 3-931299-02-3 (Diese Publikation stammt aus dem Jahr 1998. Wir weisen darauf hin, dass die hier genannten Werte daher lediglich für eine erste Abschätzung geeignet sind.)
  

Technisch machbar - wirtschaftlich sinnvoll?
  

Die Beratung der EnergieAgentur.NRW betrachtet grob die Wirtschaftlichkeit von Maßnahmen, ersetzt aber keine Detailplanung. Wird diese gewünscht, können die Berater fachkompetente Architektur- Consulting-, Ingenieurbüros oder Handwerksunternehmen benennen. Die Beratung ist für das Unternehmen unentgeltlich und neutral. Voraussetzung ist ein Standort in NRW.

 

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