In der Maschinen-Industrie gibt es ein weites Spektrum unterschiedlicher Betriebe. Die Gründe liegen in unterschiedlichen Betriebsgrößen, -strukturen und Betriebszeiten (Schichtbetrieb), der im Betrieb vorhandenen Verarbeitungsstufen (Fertigungstiefe), Produktionsanlagen, Produktionsarten, verschiedenem Mechanisierungsgrad, usw. Durch die sehr weite Palette an Bearbeitungsmethoden und deren Kombinationen entsteht ein sehr inhomogenes Bild der Energieverwendung in der Branche.
Dennoch gibt es eine Reihe gemeinsamer Merkmale, die eine allgemeine Gültigkeit besitzen, die vom Bayerischen Landesamt für Umweltschutz ermittelt wurden:
Energiekennzahlen
| Anteil der Energiekosten am Umsatz [%] |
0,30 |
0,70 |
1,60 |
| spez. Endenergieeinsatz bezogen auf die Tonne Produkt [kWh/t] |
415 |
3.360 |
11.600 |
| Energieeinsparpotential [%], Studie der www.wko.at |
6 |
25 |
53 |
| Energiekosteneinsparpotential [%], Studie der www.wko.at |
2 |
20 |
45 |
Energieverbrauchsschwerpunkte :
Einsparpotentiale und Wirtschaftlichkeit (www.wko.at)
| Maßnahme |
Energiesparpotential [%] |
Statische Amortisationszeit [a] |
| Erneuerung elektr. Aggregat |
1,3 |
27,0 |
| Optimierung Gebläse |
0,2 |
1,1 |
| Drucklufterzeugung |
0,5 |
0-3 |
| Beleuchtung |
0,5 |
5,6 |
| Blockheizkraftwerk |
n.b. |
2,7 - 12 |
| Umstellung Energieträger |
0,1 |
9,0 |
| Gebäudeisolierung |
6,9 |
2-12 |
| Wärmerückgewinnung / Umluftbetrieb |
8,9 |
3-10 |
| Heizungssystem Kessel |
4,9 |
2-8 |
| Sonstige |
2,3 |
n.b. |
| Summe |
25,0
|
Empfehlungen für Energieeinsparmöglichkeiten:
Druckluft
Ein Schwerpunkt der Energieverwendung in der Maschinenbauindustrie liegt sicherlich in der Druckluftversorgung. Dieser Bereich kann im Maschinenbau über 10 % der Stromkosten verursachen. Gerade dieser Bereich wird häufig vernachlässigt. Leckageraten von 30 bis 50 % mit den entsprechenden Mehrkosten sind keine Seltenheit. Es gibt sehr einfache Verfahren, in kurzer Zeit die Leckageraten des Druckluftsystems zu überprüfen. Zu achten ist u.a. auch auf das richtige Druckniveau, die richtige Auslegung der Kompressoren und Leitungen, die geeigneten Ansaugbedingungen für Frischluft und eine auf die genauen Anforderungen angepasste Aufbereitung der Druckluft.
Lüftungsanlagen
Anlagen zur Be- und Entlüftung haben in der Industrie einen Anteil von über 10 % am Energieverbrauch, gleichzeitig bestehen hier mit die größten Einsparpotenziale. Die wesentlichen Ansatzpunkte sind hier die Orientierung am tatsächlichen Bedarf (Betriebsdauer und Dimensionierung der
Anlagen), die Ausführung der Anlagen (Rohrführung, Rohrbeschaffenheit) sowie die geometrische Anordnung der Luftführung. Beispielsweise kann durch dezentrale Absaugung schadstoffbelasteter Abluft direkt am Entstehungsort häufig der Lüftungsbedarf durch eine große Hallenlüftungsanlage deutlich reduziert werden.
Elektromotoren
In der Industrie entfallen mehr als 2/3 des Strombedarfs auf elektrische Antriebe. Mehr als 90% der Kosten eines Elektromotors sind Stromkosten, während die Anschaffungskosten weniger als 10 % betragen. Da bei Elektromotoren z.T. erhebliche Unterschiede beim Antriebs-Wirkungsgrad bestehen,
sind hier Energie- und Kostensparpotenziale verborgen. Sinnvollerweise schon bei der Auswahl der Motoren bei der Beschaffung (bzw. durch entsprechende Vorgaben an Anlagenlieferanten) kann durch geringe Mehrinvestition in einen Antrieb einer höheren Effizienzklasse (eff1oder eff2) deutliche
Stromeinsparungen erzielt werden. Besondere Bedeutung kommt auch der Verwendung von Drehzahl-geregelten Antrieben zu. Allein durch die konsequente Verwendung von energieeffizienten Motoren und Drehzahlregelung ließen sich nach Berechnungen des ZVEI ca. 10 % des gesamten Industriestromverbrauchs einsparen.
Beheizung und Wärmedämmung
In zahlreichen Betrieben wird ein großer Teil der Energie für Heizzwecke verbraucht. Durch Wärmedämmung von Anlagen und Gebäuden können erhebliche Energieeinsparungen erzielt werden. Diese Maßnahmen weisen zwar häufig relativ lange Amortisationszeiten auf, aufgrund der hohen und produktunabhängigen Nutzungsdauer sind diese Maßnahmen dennoch häufig auch wirtschaftlich mit hoher interner Verzinsung. Bei Heizungsanlagen sollte das geforderte Temperaturniveau kritisch überprüft werden. Brauchen einzelne Verbraucher besonders hohe Temperaturen, ist ggf. ein örtliches Nachheizen sinnvoll. Verteilungsnetze mit Dampf als Energieträger können oft energieeffizienter mit Heißwasser betrieben werden. Heizkessel sollten nicht überdimensioniert werden und nach Möglichkeit sollte die Verbrennungsluft vorgewärmt werden. Heizgeräte sollten immer, am besten automatisch, regelbar sein.
Kühlung/Klimatisierung
Bei Kühlbedarf an Produktionsanlagen sind die geforderten Temperaturniveaus kritisch zu überprüfen. Manchmal ist es besser, einen Prozess vom allgemeinen Kältenetz abzukoppeln, als das ganze Netz auf besonderes niedrigem Temperaturniveau zu betreiben. Prozesskälte sollte möglichst nicht mit Kältemaschinen, sondern mit Kühltürmen oder Grundwasserkühlung erzeugt werden. Bei Raumkühlung und Klimatisierung ist v.a. darauf zu achten, Wärmequellen aus den Räumen zu beseitigen und Fenster geschlossen zu halten.
Beleuchtung
Die Beleuchtung ist ein oft unterschätzter Beitrag zum elektrischen Energieverbrauch. Gerade in weniger energieintensiven Betrieben kann der Lichtstromverbrauch einen Anteil von 10% und mehr erreichen. Ansatzpunkte sind hier zum einen der Beleuchtungswirkungsgrad des Lichtsystems
(Leuchtmittel, Reflektoren, Lichtverteilung) sowie die geometrische Anordung im zu beleuchtenden Raum (Höhe, Entfernung, Abschattung). Zum anderen ermöglichen Systeme zur Lichtsteuerung / Lichtregelung die Anpassung der Beleuchtungsstärke und -dauer an den tatsächlichen Bedarf, z.B. durch Zeitsteuerung, Anwesenheitssensoren, Helligkeitsregelung.
Quelle: Bayerisches Landesamt für Umwelt, Bürgermeister-Ulrich-Straße 160, 86179 Augsburg,
http://www.bayern.de/lfu/luft/veroeffentlich/umweltforsch/umweltforsch.htm#energieverwendung
ÖKOBERATUNG, Hessenplatz 3, A-4020 Linz, Tel.: +43 (0)5-90 909-3633, Fax: +43 (0)5-90 909-3709, office@oeko-beratung.at, www.oeko-beratung.at, http://portal.wko.at/wk/format_detail.wk?AngID=1&StID=88320&DstID=4996
Technisch machbar - wirtschaftlich sinnvoll?
Die Beratung der EnergieAgentur.NRW betrachtet grob die Wirtschaftlichkeit von Maßnahmen, ersetzt aber keine Detailplanung. Wird diese gewünscht, können die Berater fachkompetente Architektur- Consulting-, Ingenieurbüros oder Handwerksunternehmen benennen. Die Beratung ist für das Unternehmen unentgeltlich und neutral. Voraussetzung ist ein Standort in NRW.
Online Tools | Publikationen | Newsletter
© 2013 EnergieAgentur.NRW
Hier finden Sie einige ausgewählte "Best Practice"-Beispiele von kleinen und mittleren Unternehmen in NRW
Ziel der Energieeffizienzoffensive „NRW spart Energie“ ist es, den Primärenergieverbrauch bis zum Jahr 2020 um mindestens 20 Prozent zu senken.
Mit unserem Web-Tool können Sie überprüfen, ob der Einsatz eines BHKW in Ihrem Wohngebäude sinnvoll ist.
Das virtuelle Unternehmen der EnergieAgentur.NRW: Ob Beleuchtung, Lüftung, Drucklufterzeugung – per Mouseclick können sich Unternehmer nun beim virtuellen Rundgang „vor Ort“ informieren, wo sich Potentiale zur Steigerung der Energieeffizienz verbergen.
Branchenenergiekonzepte zeigen branchentypische und übertragbare Maßnahmen zur Behebung betrieblicher Schwachstellen auf.
Nutzung der Social-Media-Dienste
Wir freuen uns, wenn die Nutzer unserer Website Inhalte auf Twitter, Facebook und Google+ empfehlen. Zu diesem Zweck werden von den Anbietern dieser Plattformen entsprechende Buttons zur Verfügung gestellt.
Durch die Einbindung dieser Buttons werden bereits beim Aufruf einer Seite Daten an Twitter, Facebook und Google+ übertragen, ohne dass Besucher der Seite dem ausdrücklich zugestimmt haben. Neben der Webadresse der besuchten Seite wird auch eine Kennung übertragen, die eine direkte Verknüpfung zwischen dem Besucher der Website und dessen Profil, zum Beispiel auf Facebook, ermöglicht. Ob darüber hinaus weitere Daten übermittelt werden, teilen die genannten Social-Media-Dienste nicht mit.
Um die ungewollte Weitergabe von Benutzerdaten an Twitter, Facebook und Google+ zu verhindern, sind daher die Social-Media-Dienste auf den Websites der EnergieAgentur.NRW standardmäßig deaktiviert. Es werden also keine Daten an Dritte übermittelt, ohne dass Sie dem zugestimmt haben. Erst wenn Sie die Social-Media-Dienste aktiviert und damit Ihre Zustimmung zur Kommunikation mit Facebook, Google+ und Twitter erklärt haben, werden die Buttons auf unserer Website aktiv und stellen die Verbindung mit den Diensten her.
Anschließend können Sie Artikel-Empfehlungen über Twitter, Facebook und Google+ verschicken.
Die Social-Media-Dienste lassen sich auf dieser Seite dauerhaft aktivieren und deaktivieren.